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Neues Leben im
herzoglichen Sterbehaus
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Für 375 000 Mark wird
das Kavaliershaus in der Rosenauer Schlossanlage restauriert/ Besucher-
und Servicezentrum geplant |
Wo vor 100
Jahren der Coburger Herzog Alfred starb, werden bald Computerbildschirme
flimmern: Seit September 2000 wird das sogenannte Kavaliershaus in der
Schlossanlage Rosenau restauriert. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis
Mitte 2001. In den vergangenen Jahren wurden bereits Schloss,
Orangerie, Gärtnerwohnhaus, die alten Ökonomiegebäude restauriert,
sowie das Teehaus, in dem heute das Parkrestaurant untergebracht ist. Auch
der alte Charme des Kavaliershäuschens soll in den nächsten Monaten
wieder zum Vorschein kommen. Denn der hat unter einer in den 50er- Jahren
durchgeführten Restaurierung arg gelitten. Die kunstvollen neugotischen
Verzierungen am Dach, an der Gaube und an den Fenstern fielen der
früheren Restaurierung ebenso zum Opfer wie die Sprossenfenster. Die
Backsteinfassade verschwand unter Zementputz, der Schiefer auf dem Dach
wurde durch Tonziegel ersetzt. |
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Zumindest einen Teil dieser Fehler versucht
das Staatliche Hochbauamt bei der jetzigen Restaurierung zu korrigieren.
Das Dach wird wieder mit Schiefer gedeckt, der Giebel an der Südseite
erhält seine ursprüngliche Form. Sprossenfenster ersetzten die
durchgehenden Scheiben, und die teilweise abgeschlagenen Verzierungen
über den Fenstern werden mit Putz imitiert. Die Backsteinfassade bleibt
jedoch weiter verborgen. Das Gleiche gilt auch für die wunderschönen
Malereien, die in zwei Zimmern des Erdgeschosses Wände und Decken
schmücken. Jahrzehntelang waren sie unter Tapeten versteckt. Während der
Restaurierung wurde sie wieder sichtbar, durch den Tapetenkleister
allerdings weitgehend zerstört. Die Reste werden untersucht, dokumentiert
- und dann wieder unter Tapeten verschwinden. Nur ein gut anderthalb Meter
langes Gemäldeband mit lilienartigen Ornamenten im Erker an der Westseite,
das erstaunlich gut erhalten ist, wird sichtbar bleiben. Bis spätestens
Mitte 2001 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann sollen auf den
insgesamt 133 Quadratmetern im Erdgeschoss und im ersten Stock Büros mit
einem kleinen Archiv sowie Lagerräume für die Schloss- und
Gartenverwaltung Coburg untergebracht werden. |
| Im Sommer 1900 dürfte jedoch trotz der schönen
Umgebung gedrückte Stimmung in dem Gebäude geherrscht haben: Herzog
Alfred hatte sich zum Sterben zurückgezogen. Er habe unter
"Krebsgeschwüren" gelitten, heißt es in dem Nachruf, der am 1.
August 1900 in der "Coburger Zeitung" erschien. Gestorben sei er
letztlich an "Herzlähmung". Es gibt jedoch Gerüchte, dass der
Herzog in Wahrheit der so genannten "galanten Krankheit", als der
Syphilis erlegen sei. 1920 kam das Kavaliershaus jedenfalls durch den
Staatsvertrag in den Besitz der Coburger Landesstiftung. 1971 übernahm es
schließlich der Freistaat. Lange Jahre diente das Gebäude als Wohnhaus,
in den vergangenen Jahren stand es jedoch leer. |
| Das Parkwärterhaus
wird Schlusspunkt
Die Bauarbeiten an der Schlossanlage werden mit dieser
Restaurierung jedoch nicht beendet. Den Schlusspunkt bildet vielmehr die
Sanierung des alten Parkwärterhauses unterhalb des Schlosses, die
voraussichtlich dieses Jahr in Angriff genommen wird. Wo einst die Pferde
der Coburger Herzöge in ihren Ställen wieherten, wird ein sogenanntes
"Besucher- und Servicezentrum" eingebaut: mit Museumskasse,
Museumsshop, Informationstheken und Cafeteria. Darüber hinaus sollen im
ersten Stock Räume für Wechselausstellungen entstehen. 860000 Mark soll
dieses Projekt kosten. Die entsprechenden Pläne hat das Staatliche
Hochbauamt Coburg bereits eingereicht. Das bayerische Finanzministerium
erteilt dann den Bauauftrag, und die Umbauarbeiten könnten
beginnen. |

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