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Schloss Ehrenburg, die ehemalige
Stadtresidenz der Coburger Herzöge, präsentiert sich heute vom
Schlossplatz aus gesehen im neugotischen Gewand des 19. Jahrhunderts.
Hinter den Fassaden verbirgt sich aber eine mächtige Anlage, die auf
eine 450-jährige Geschichte zurückblickt. Bereits im 16. Jahrhundert
verlegte Herzog Johann Ernst aus der ernestinischen Linie des Hauses
Wettin seine Hofhaltung von der Veste hinab in die Stadt. Dort ließ er
1543 anstelle eines während der Reformation aufgehobenen
Franziskanerklosters eine Dreiflügelanlage errichten. Kaiser Karl V.
soll dem 1547 vollendeten Schloss den Namen "Ehrenburg"
gegeben haben, weil der Bau ohne Frondienste errichtet wurde. Nach den
Wirren des Dreißigjährigen Krieges und einer Brandkatastrophe
baute Herzog Albrecht die Ehrenburg ab 1690 zu einer barocken
Residenzanlage aus. Aus dieser Zeit sind in einzelnen Räumen,
üppige Stuckaturen oberitalienischer Meister, die Hofkirche und
der prachtvolle Riesensaal erhalten. |
Mächtige Atlantenfiguren tragen das Gebälk dieses Saales. An
der Hohlkehle unter der Decke erzählt der 56 Wappen ehemaliger
Herrschaftsbereiche des Hauses Wettin umfassende Fries von der
tausendjährigen Geschichte des Geschlechts und ihres einst bedeutenden
Herrschaftsgebiet. Die schweren Stuckaturen des Festsaales schufen Carlo
Domenico und Bartolomeo Luchese in den Jahren 1697 - 1699. Die erst 1817 an den Fensterpfeilern angebrachten Spiegel
verleihen dem mächtigen Barocksaal vornehmen Glanz. Eine Gedenktafel
erinnert an die Begegnung zwischen Kaiser Franz Joseph von Österreich
und Königin Viktoria von Großbritannien und Irland 1863 in diesem
Raum. Die englische Königin, die 1840 Prinz Albert von Sachsen- Coburg
und Gotha geheiratet hatte, weilte oft und gerne in Coburg.
Im 19. Jahrhundert erhielt die Ehrenburg unter Herzog Ernst I.
(1806 - 1844) nach Entwürfen des jungen Berliner Architekten
Karl Friedrich Schinkel ihre neugotischen |
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Fassaden. Die Wohn- und
Gesellschaftsräume wurden nach Plänen des aus Frankreich
berufenen Architekten André Marie Renié-Grétry zwischen 1816 und 1840 in einer
klassizistischen Formensprache, im Sinn des französischen "Style
Empire", neu ausgestaltet und mit prunkvollen Möbeln, Uhren und
Leuchtern , vorwiegend aus Paris ausgestattet. Der klassizistische Thronsaal wurde nach dem Vorbild des
Pariser Tuilerienpalastes Kaiser Napoleons I. gestaltet. Bemerkenswert
sind die mehrfarbigen eingelegten Parkettböden in den Paradezimmern und
die holzvertäfelten Kabinette. Als Bauherr und Mäzen hat Herzog Ernst I.
in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Erscheinungsbild
der Ehrenburg geprägt. Mit seiner Generation begann auch jene
Familienpolitik, die Coburger durch Heirat auf die bedeutendsten
Throne Europas brachte. Zahlreiche Porträts in den Schlossräumen
führen noch heute eindrucksvoll die verwandtschaftlichen
Beziehungen des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha vor Augen. |
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An die
Aufenthalte Queen Victorias erinnert das für sie eingerichtete
Schlafzimmer. Um 1860 wurde sogar ein Mahagoni-umkleidetes Wasserklosett
englischer Herstellung eingebaut, wohl eines der ersten auf dem
europäischen Kontinent. Einrichtungsgegenstände hoher Qualität aus
der Zeit des Historismus geben schließlich Eindruck vom Wohnstil des
ausgehenden Jahrhunderts. Sehenswert sind überdies zwei Bildergalerien
mit der umfangreichen Gemäldesammlung der Coburger Herzöge. Werke
berühmter Künstler allen voran von Lukas Cranach d. Ä., sind
vertreten. Die Sammlung umfasst zudem bedeutende holländische und
flämische Meister, sowie eine Reihe hervorragender romantischer
Landschaften. Wo einst glanzvolle Empfänge für die Mitglieder der
bedeutendsten europäischen Herrscherfamilien stattfanden, kann der
Besucher von heute nicht nur die einzigartigen historischen
Raumensembles der Ehrenburg, sondern auch hochrangige Einzelkunstwerke
bewundern. |
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