Schloss Rosenau

"Wäre ich nicht, was ich bin,

hätte ich hier,

mein wirkliches Zuhause"
Queen Victoria, 1845
Schloss Rosenau liegt malerisch über dem Tal der Itz inmitten eines englisch-romantischen Landschaftsgartens nordöstlich von Coburg. Es ist ein in Deutschland bemerkenswert frühes Beispiel neugotischer Architektur. 1805 hat Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld den im Kern mittelalterlichen ehemaligen Rittersitz der Herren von Rosenau auf Drängen des damaligen Erbprinzen Ernst erworben. Kaum an der Regierung, ließ dieser den verfallenen Bau in den Jahren 1808 - 1817 im neugotischen Stil umgestalten. Ernst I. wollte die Rosenau als mittelalterlichen Rittersitz wiederbeleben. Durch neugotische Spitzbogenarchitekturen und Maßwerkornamente sollte das romantisch- mittelalterliche Erscheinungsbild des Schlosses betont werden.m Marmorsaal fanden Hofbälle in "altdeutscher Tracht" statt. Die Wohn- und Gesellschaftsräume im ersten Obergeschoss sind durch stark farbige, rekonstruierte Wandmalereien im neugotischen Stil geprägt. Die Einrichtung des Sommersitzes sollte auf Wunsch des Herzogs "fürstlichen"
Glanz mit ländlicher Einfachheit" verbinden. Die historische Ausstattung mit original erhaltenen, schwarz polierten Wiener Biedermeiermöbeln, ausgesuchten Gemälden, Leuchtern und Porzellanen verleiht den hellen Räumen einen ausgesprochen wohnlichen Charakter. 1819 wurde der zweitälteste Sohn Herzog Ernsts I., Prinz Albert, auf der Rosenau geboren. 1845 besuchte er das Schloss zusammen mit seiner Gemahlin, Queen Victoria von Großbritannien und Irland. Begeistert von er Atmosphäre des romantischen Schlosses schwärmte sie in ihren Erinnerungen: "Wäre ich nicht das, was ich bin, hätte ich hier mein wirkliches Zuhause." Von den Gebrüdern Rothbart ließ sie Aquarelle mit Innenraumansichten der Rosenau fertigen, die sich noch heute in der Bibliothek des Schlosses Windsor in England befinden. Auch der das Schloss umgebende englische Landschaftsgarten mit den zugehörigen Wirtschaftsgebäuden im neugotischen Stil, geht auf Herzog Ernst I. zurück. Im weitläufigen Park ließ er zwei Seen, eine Felsengrotte mit Wasserfall, eine Turniersäule und eine Eremitage anlegen.

Prinz Albert   Queen Victoria

Der Verfasser der Gartenpläne ist nicht bekannt. Der Park weist sowohl Merkmale des klassischen Landschaftsgartens als auch typische romantische Elemente auf. Geschickt wurde die natürliche Geländeform genutzt, um unterschiedliche Gartenräume mit Aus- und Fernblicken zu schaffen. Besonders reizvoll ist die Aussichtsterrasse mit Blumenparterre, Brunnen und Balustrade in unmittelbarer Nähe des Schlosses. Das klassizistische Teehaus wird heute als Parkrestaurant genutzt; in der Orangerie befindet sich seit 1989 ein Museum für modernes Glas. Der 36 Hektar große Park soll mit Hilfe eines Parkpflegewerkes in den nächsten Jahren, in seine ursprüngliche Form zurückversetzt werden.
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